«Wir könnten diese Gruppe immer so weiterführen, es gibt immer irgendwas», sagt Julia. Sie können die tiefen Probleme dieser Männer nicht lösen, das sei nicht das Ziel. Das Ziel ist, dass die Gewalt aufhört.
REPORTAGEN, 2024
Nominiert für den Deutschen Reporter:innenpreis 2025
———
Ich glaube auf jeden Fall, dass kriminelle Jugendliche verurteilt werden. Ich glaube, das ist auch oft einfach ein Stück weit die Angst, dass es auch dieses…vielleicht vor allen Dingen ältere Menschen sehen: tiefe Kappen, vielleicht diesen Style, sehen die Tattoos oder sehen die breiten Hosen. Und dann denken die direkt: ‚Der ist kriminell, der ist kriminell.‘ Aber das heißt nicht direkt, dass man ein schlechter Mensch ist.
DLF Kultur, Lange Nacht, 2024
Ausgezeichnet mit dem Katholischen Medienpreis 2024
Nominiert für den Deutschen Sozialpreis 2024
———
Das sind so Gefühle, die ich keinem beschreiben kann, das fühlt sich so an, als wenn man über Smarties spricht. Aber wenn man sich da genau reinsetzt und in die Tiefe geht: Man spricht da über ein Menschenleben. Über die Entscheidung, ein Leben zu beenden oder es in irgendeiner Weise weiterzuführen, wovon man nicht weiß, wie es sein wird.
Ich sage also heute schon: „Tschüss!“
DLF Kultur, Zeitfragen, 2024
Ausgezeichnet mit dem 3. Platz beim Richard-von-Weizsäcker–Journalistenpreis 2024
———
Ich habe hier eine ganze Flasche Alkohol getrunken, habe mich ins Auto gesetzt, bin nach Spandau gefahren, bin am nächsten Morgen auf der Parkbank wach geworden, der Hund saß neben mir. Habe mir ein heißes Bügeleisen auf den Unterarm gestellt, ich war richtig am Ende und kaputt nervlich.
DLF, Das Feature, 2020
———
Die Politik, so empfindet es Drabke, würdigt ihre Arbeit nicht. Jahrzehntelang haben sich Lehrerinnen wie sie dafür eingesetzt, dass Kinder aus schwierigen Verhältnissen ihren Platz im Leben finden. Hauptschule, das war nicht nur Unterricht. Das war Lebenshilfe. Der Dank ist die Schließung, so sieht sie das.
DIE ZEIT 30/2019
———
Auf einer Tafel stehen ihre Namen: Jorris, Pollux, Mango. In manchen Gehegen sitzen zwei Affen, in anderen nur einer. Aus ihren Köpfen ragen zylinderförmige Implantate heraus, von den Forschern eingesetzt, damit man ihre Köpfe bei den Versuchen besser fixieren kann. Streu liegt auf dem Boden. Es gibt Spiegel und einen Schal zum Schaukeln. Die Pressesprecherin nennt das „Enrichment“. Sie findet das artgerecht. Die Protestierenden draußen finden die Gehege zu klein und zu trist.
DLF, Das Feature, 2019
———
Manchmal läuft sie durch die Straßen, die Sonnenbrille auf der Nase, die Mundwinkel zu einem leichten Lächeln nach oben gezogen, damit niemand merkt, wie schlecht es ihr unter Menschen geht, blickt sich um und sieht Großfamilien. »Meine Güte, so viele Kinder«, sagt sie sich dann. Bis ihr wieder einfällt, dass sie selbst fünf hat.
Die ZEIT 18/2018
Nominiert für den Deutschen Reporter:innenpreis 2018
———
Irgendwann habe ich ihr dann den ersten Porno gezeigt. Wir haben die Dinge aus dem Film dann ein bisschen nachgespielt, haben uns beide ausgezogen und uns angefasst. So fing alles an. Ich war damals 16 Jahre alt. Meine Schwester war zehn.
Er klopft. Sie geht zu ihm. Sie verzweifelt. Er lebt weiter.
DIE ZEIT 48/2017
Nominiert für den Deutschen Reporter:innenpreis 2018